Radentscheid, KlimaEntscheid, ADFC und VCD Darmstadt-Dieburg sowie Fridays for Future begrüßen Verkehrsversuche / Demo auf der Kasinostraße am Montag, 10. August ab 17:00 Uhr

DARMSTADT Die Bürgerinitiativen Radentscheid und KlimaEntscheid Darmstadt, Fridays for Future sowie der ADFC und VCD Darmstadt-Dieburg loben die ambitionierten Pläne der Wissenschaftsstadt zum zügigen Ausbau des Radverkehrsnetz in Darmstadt. „Die Pop-up-Radwege schließen gefährliche Lücken im Netz und sorgen so für mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden“, lobt David Grünewald vom Radenscheid.

In der Zeughausstraße (Cityring) wird 2020 ein allgemeiner Fahrstreifen in einen Radfahrstreifen umgewandelt. Das gleiche gilt im Kreuzungsbereich Bleichstraße/Steubenplatz, auf der Neckarstraße und Heidelberger Straße (ab Heinrichstraße Richtung Norden), der Eschollbrücker Straße und in der Fahrtrichtung Süden im Kreuzungsbereich Roßdörfer Platz wo ein Fahrstreifen dem Radverkehr zugeschlagen wird. Die Maßnahmen werden kurzfristig als Verkehrsversuch mit gelbem Baustellenmarkierungen umgesetzt. Am Ende des Versuchs werden weiße Dauermarkierungen aufgebracht.

„Der ADFC Darmstadt-Dieburg freut sich, dass die Stadt Darmstadt dem Beispiel zahlreicher Städte folgt und zusätzliche Verkehrsflächen für den Radverkehr zur Verfügung stellt. Wie bei unser Aktion Abstand halten beim Überholen von Radfahrer*innen der sich nach Darmstadt und Roßdorf immer mehr Städte und Gemeinden im Landkreis Darmstadt-Dieburg anschließen, bauen wir auf die Rücksicht der motorisierten Verkehrsteilnehmer. Die Sicherheit und das Leben von Radfahrer*innen muss gelegentliche Verzögerungen im Verkehrsablauf wert sein“, erklärt Klaus Görgen vom ADFC Darmstadt-Dieburg.

„Mit den neuen Verkehrsversuchen zeigt die Stadt außerdem, dass sichere Radwege ganz schnell und unkompliziert eingerichtet werden können“, fügt Heike Böhler vom Klimaentscheid hinzu. „Dieses Mittel können wir nun auch in Zukunft nutzen, zum Beispiel, um einen sicheren Radweg in der Kasinostraße zu testen. Durch die Testphase kann viel Planungszeit gespart und neue Maßnahmen direkt im Praxistest verbessert werden.“ Die Kasinostraße verfügt im fraglichen Abschnitt über einen rund 70 cm breiten Streifen für den Radverkehr und in Gegenrichtung über einen gemeinsamen Geh- und Radweg als enge Konfliktfläche.

Mahnwache für getöteten Radfahrer an Kreuzung Frankfurter Straße/Kasinostraße: Donnerstag, 4. Juni 2020, 18:00 Uhr

DARMSTADT Am Freitag, 8. Mai 2020 ist ein Radfahrer auf der Kreuzung Frankfurter Straße/Kasinostraße von einer Straßenbahn erfasst und zu Fall gebracht worden. An seinen schweren Verletzungen ist der Radfahrer zwischenzeitlich verstorben.

Die Bürgerinitiative Radentscheid Darmstadt lädt zu einer Mahnwache am Donnerstag, 4. Juni 2020 ab 18:00 Uhr an der Unfallstelle in der Kreuzung Frankfurter Straße/Kasinostraße ein.

An der Unfallstelle wird ein Ghostbike aufgestellt. Das weiß lackierte Fahrrad wird im Gedenken an den Verstorbenen aufgestellt und soll als Mahnung für alle Verkehrsteilnehmenden dienen, mit ständiger Vorsicht und gegenseitiger Rücksicht am Straßenverkehr teilzunehmen.

Ghostbike in der Heidelberger Landstraße (2018)
Ghostbike in der Kirchstraße am Cityring (2019)

Medienberichte

Aktivist*innen erobern sich in ganz Deutschland die Straße zurück: Darmstädter Bündnis demonstriert in Rheinstraße für mehr Platz für Fußgänger*innen und Radfahrende

Die Corona-Krise macht deutlich, dass Abstand halten auf unseren Straßen für Fußgänger*innen und Radfahrende vielerorts nicht möglich ist. Die Wege sind zu schmal, Autos nehmen zu viel Platz ein. Aus diesem Grund nehmen die Initiative Radentscheid Darmstadt und die Kreisverbände von ADFC, BUND und VCD sowie FUSS e.V., die TransitionTown-Initiative, Klimaentscheid Darmstadt und Fridays for Future am bundesweiten Aktionstag teil. Das Bündnis richtet einen temporären Radweg auf der Rheinstraße ab Hausnummer 82/Haltestelle Berliner Allee ein.

DARMSTADT  Um ein Zeichen für die Notwendigkeit gut ausgebauter Fuß- und Radwege in der Krise und darüber hinaus zu setzen, hat das Bündnis am Samstag, 23. Mai 2020 ab 12:00 Uhr in der Darmstädter Rheinstraße einen temporären Radweg eingerichtet. Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Kampagne zur Einrichtung von temporären Radwegen, so genannten Pop-Up-Bikelanes, in zahlreichen  deutschen Städten. Die Aktiven haben im Rahmen des Aktionstages gefordert, dass endlich mehr Platz für Fußgänger*innen und Fahrradfahrende geschaffen wird.

Radfahrende auf sicherer Popup-Bikelane

Keine rechtlichen Hürden / Es fehlt nur politischer Wille

In ganz Deutschland ist die Anordnung von neuen Radverkehrsanlagen mit der bestehenden Rechtslage im Rahmen der StVO sofort umsetzbar. Es fehlt einzig am politischen Willen der Stadtspitze. Das Land Berlin hat einen bundesweit anwendbaren Leitfaden veröffentlicht, mit dem Städte und Gemeinden rechtssicher arbeiten können. Der Leitfaden liegt auch dem Mobilitätsamt in Darmstadt vor und wartet nur auf seine Anwendung. Durch die Einrichtung von temporären Radwegen wird nicht nur das Infektionsrisiko mit COVID19 erheblich verringert, weil der Abstand zwischen Fuß- und Radverkehr eingehalten werden kann, sondern auch Unfälle vermieden. Das Gesundheitssystem wird so auf doppelte Weise entlastet.

Darmstadt darf die Verkehrswende nicht verschlafen. Im Sommer 2019 hat die Stadtverordnetenversammlung noch beschlossen, alle Darmstädter Hauptstraßen mit einem modernen Radweg auszustatten (Radstrategie: Ziel B2, Vorlage 2019/0157). Die Umsetzung stockt.

Sichere Radwege müssen in der ganzen Stadt eingerichtet werden

Breites Bündnis steht hinter dem Vorstoß

David Grünewald vom Radentscheid Darmstadt: „Besonders in der Krise zeigen sich die Probleme, die mit der Gestaltung unserer Städte einhergehen: Sie sind für Autos optimiert, nicht für Menschen.“

Sendefähiger O-Ton von David Grünewald vom Radentscheid Darmstadt, 23. Mai 2020

Sabine Crook vom VCD: „Wer durch Corona verstärkt zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, merkt schnell, dass sich der vorgegebene Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht einhalten lässt. Die Wege sind einfach zu schmal, Straßen und Parkplätze nehmen zu viel Platz ein.“

Klaus Görgen vom ADFC: „Mit unserer Aktion wollten wir darauf aufmerksam machen, dass es dringend eine grundlegende Umverteilung der Flächen braucht – und wie schnell sich das umsetzen lässt, wenn man nur will.“

Katalin Saary von FUSS e.V.: „Damit zu Fuß gehen sicher möglich ist, muss der Radverkehr auf die Straße, wenn möglich mit eigener Spur. Der Platz muss dann den Autos genommen werden.“

Heike Bartenschläger vom BUND: „Um die Städte zukunftstauglich zu machen, muss der Straßenraum zugunsten des Umweltverbundes aus Rad-, Fuß- und ÖPNV neu verteilt werden. Viele Menschen haben in letzter Zeit die Vorzüge des Fahrradfahrens für sich entdeckt. Der Umstieg aufs Rad steigert unsere Lebensqualität insbesondere in den Städten und schützt die Umwelt.“

Sibylle Riffel von TransitionTown: „Mir fällt nicht so schnell etwas ein, was auf vielfältigere Weise zur Gesundung unserer Gesellschaft beiträgt bzw. zu einer Lebensweise, die das Wohlbefinden der Menschen erhöht und gleichzeitig zum Erhalt unseres Lebensraumes Erde beitragen könnte, als Radfahren.“

Maximilan Fies vom Klimaentscheid: „Das Fahrradfahren ist eine wichtige Komponente für einen klimafreundlichen und nachhaltigen Verkehr in den Städten. Daher sind vor allem sichere und gut befahrbare Fahrradwege notwendig, um den Anteil an Kraftfahrzeugen in den Städten langfristig zu verringern.”

Silas Bug von Fridays for Future: „Gerade jetzt zeigt sich das Fahrrad als eine sinnvolle Alternative: Der Nahverkehr wird entlastet und Menschen, die auf ihn angewiesen sind, besonders Menschen in systemrelevanten Berufen, werden geschützt. Durch breite Radfahrstreifen kann das Unfallrisiko, vor allem aber auch das Infektionsrisiko minimiert werden. So können wir einen Beitrag zur Entlastung des Gesundheitssystems und nicht zuletzt des Klimas leisten.“

Popup-Radwege haben auch nach der Krise Bestandsrecht

Radwege müssen auch nach der Krise nicht abgebaut werden / Planungskosten halbiert

Da Radwege allein auf Basis des § 45 Abs. 1 und 9 StVO angeordnet werden, müssen Sie auch nach Wegfall des Infektionsrisikos nicht abgebaut werden. Durch die zügige Einrichtung können wichtige Erfahrungen gesammelt werden, um die temporäre Anordnung in eine dauerhafte Lösung zu überführen. Die Popup-Bikelanes sparen auch in erheblichem Maße Planungskosten und lassen sich im laufenden Betrieb flexibel an neue Gegebenheiten anpassen. Felix Weisbrich ist Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und beziffert die dadurch eingesparten Planungskosten um mindestens die Hälfte.

Was normalerweise einen langwierigen Prozess benötigt, geschieht in Städten wie Berlin, Brüssel, Paris, London, New York, Mexico-Stadt und Bogotà nun innerhalb weniger Tage. Quasi über Nacht entstehen hier Fahrradwege wo vorher noch Autos fuhren.

Aktionsvideo zu Popup-Bikelanes in Darmstadt

Pressekontakt

Radentscheid Darmstadt
David Grünewald
0151 22 82 35 53
david@radentscheid-darmstadt.de
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC)
Klaus Görgen
0171 7529001
goergen@adfc-darmstadt.de
FUSS e.V.
Katalin Saary
0151 41 45 71 11
katalin.saary@fuss-ev.de
Verkehrsclub Deutschland (VCD)
Sabine Crook
0163 66 64 020
vorstand@vcd-darmstadt.org
Bund für Umwelt- und Naturschutz
Brigitte Martin
0175 23 44 689
bund.darmstadt@bund.net
TransitionTown-Initiative
Eva Moldenhauer
0178 156 95 29
eva@transition-darmstadt.de
Klimaentscheid
Maximilian Fries
0176 98 59 88 06
info@klimaentscheid-darmstadt.de
Fridays for Future
Silas Bug
0176 43 99 39 89
presse@darmstadtforfuture.de

Der Radentscheid ist eine Initiative Darmstädter Bürgerinnen und Bürger. Die Gruppe führt eine politische Kampagne für sichere und bequeme Radwege im Alltagsverkehr. Der Radentscheid sammelte über 11.282 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gemäß § 8b der Hessischen Gemeindeordnung. In der zweiten Stufe soll ein Bürgerentscheid folgen. Über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens ist noch nicht abschließend entschieden, da eine Klage beim Verwaltungsgericht Darmstadt anhängig ist und derzeit im Rahmen einer laufenden Mediation die Umsetzung der Ziele des Bürgerbegehrens ruht. Der Radentscheid wird von zahlreichen Einzelpersonen, Verbänden und über 70 Darmstädter Einzelhändlern unterstützt. Der Radentscheid ist Teil einer bundesweiten Bewegung, die ihren Ausgangspunkt in Berlin und Bamberg fand. Der Radentscheid ist Vorbild für mittlerweile über 30 weitere Initiativen in ganz Deutschland.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 190.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Seit 1985 vertritt FUSS e. V. die Interessen der Fußgängerinnen und Fußgänger in Deutschland. Bei allen Fragen zum Fußverkehr sind wir Ansprech­partner für Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit. Wir erarbeiten Stellungnahmen und schlagen Änderungen für Gesetze und Richtlinien vor. Weil Gehen als wichtigster Baustein nachhaltiger Mobilität nicht isoliert betrachtet werden kann, arbeiten wir dabei mit Verbänden zusammen, die sich mit Rad-, Bus- und Bahnverkehr befassen.

Der BUND arbeitet auf allen Ebenen und wird von rund 620.000 Menschen unterstützt: Bundesweit gibt es über 2.000 ehrenamtliche BUND-Gruppen, die direkt in ihrer Region die Themen anpacken, die dort wichtig sind. Pflege von Naturschutzflächen, Mobilisierung gegen Massentierhaltungsanlagen oder Aufklärungsarbeit mit Kampagnen sind dabei nur ein Teil. Er engagiert sich – zum Beispiel – für eine ökologische Landwirtschaft und gesunde Lebensmittel, für den Klimaschutz und den Ausbau regenerativer Energien, für den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Er ist einer der großen Umweltverbände in Deutschland.

Die TransitionTown-Initiative engagiert sich für ein krisenfestes und postfossiles Darmstadt. Für soziale Gerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und ein enkeltaugliches Zusammenleben. Sobald Dinge praktisch umgesetzt werden, die man sehen und anfassen kann, verändert sich etwas in der Kultur. Ein spürbarer Wandel greift Raum und die Realität beginnt sich zu verändern.

Der Klimaentscheid ist ein Bürgerbegehren für mehr Klimaschutz in Darmstadt, welches mehr als 5.500 Darmstädter*innen unterstützen. Der KlimaEntscheid fordert neben einer effektiven Verkehrs-und Energiewende auch städtebauliche Maßnahmen, um im Stadtgebiet bis 2030 die Treibhausgasemissionen auf Netto-Null zu senken. Konkrete Ziele sind  beispielsweise ein Klimaticket, mehr Grünflächen, Solaranlagen auf allen städtischen Dächern und sichere Radwege.

Fridays for Future (deutsch „Freitage für die Zukunft“; kurz FFF, auch FridaysForFuture bzw. Schulstreik für das Klima bzw. Klimastreik, im Original schwedisch „SKOLSTREJK FÖR KLIMATET“) ist eine globale soziale Bewegung ausgehend von Schülern und Studierenden, welche sich für möglichst umfassende, schnelle und effiziente Klimaschutz-Maßnahmen einsetzen, um das auf der Weltklimakonferenz in Paris 2015 (COP 21) im Weltklimaabkommen beschlossene 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen noch einhalten zu können

Temporäre Spielstraße in der Wenckstraße

DARMSTADT Das Aktionsbündnis um die Initiative Radentscheid Darmstadt lädt zu einer temporären Spielstraße ein. In der Nähe des Riegerplatzes soll am Sonntag, 17. Mai von 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Darmstädter Martinsviertel, genauer in der Wenckstraße zwischen Pankratiusstraße und Heinheimer Straße eine temporäre Spielstraße errichtet werden.

aktuelle Situation: Durch Autos beparkte Gehwege, wenig Platz für Spiel in der Wenckstraße

„An diesem Tag sollen Kinder für sechs Stunden Vorrang vor Autos und Verkehr haben, um ungestört zu spielen und zu toben“, erläutert David Grünewald vom Radentscheid Darmstadt und lädt alle interessierten Kinder und ihre Familien zum ungestörten Spiel auf der Straße ein. Das Bündnis aus engagierten Einzelpersonen, Mitgliedern zahlreicher Darmstädter Vereine und dem Radentscheid haben dazu eine Versammlung bei der Stadt Darmstadt angemeldet. In der Wenckstraße wird derzeit auf beiden Straßenseiten mit Autos je zu Hälfte auf dem Bürgersteig geparkt. „Da bleibt wenig Raum für Spielen, was laut § 31 StVO normalerweise auf den Gehwegen mit stattfindet“, so Grünewald weiter.

Die Stadt hat eigentlich die Pflicht, Gehwege frei zu halten, doch sie duldet Falschparken großflächig. Das zeigte sich auch darin, dass nach Willem des Aktionsbündnis wenigstens für die sechsstündige Veranstaltung Autos dort nicht stehen sollten, wo es sowieso verboten ist: Auf den Gehwegen. Die Stadt teilte jedoch mit, dass sie nur mit einem Gerichtsurteil einlenken werde. „In unserer Nachbarstadt Griesheim kann man eine temporäre Spielstraße einfach kostenlos beantragen, in Berlin ruft die Verwaltung sogar aktiv dazu auf. Nur die Stadt Darmstadt hängt in ihrer autozentrierten denkweise fest und will sie mit allen Mitteln verteidigen“, bedauert Grünewald vom Radentscheid.

Die Veranstaltung ist als Auftakt zu betrachten. Auch in anderen Straßen, aller Darmstädter Quartiere, sind temporäre Spielstraßen machbar. Durch die aktuelle Pandemiesituation sind nicht alle öffentlichen Kinderspielplätze ohne Einschränkung nutzbar. Kitas, Grundschulen und damit auch die Spielplätze auf den zugehörigen Geländen können derzeit nur eingeschränkt genutzt werden.

Verweise:

Hinweis für Pressevertreter*innen 

Pressevertreter*innen sind herzlich eingeladen, den Aufbau des temporären Radwegs und die Wirkung vor Ort zu begleiten. Zum wechselseitigen Schutz aller Beteiligten wird um das Tragen einer Gesichtsmaske während der gesamten Veranstaltung gebeten. Radio- und Fernsehteams werden gebeten, den Mikrofon-Windschutz mit Folie abzudecken und eine Tonangel zu verwenden.  Händedesinfektion und einfache Masken stehen in geringerer Zahl auch durch den Radentscheid zu Verfügung.

Illustration Spielstraße

Radentscheid demonstriert für sichere Radwege in der Pandemie und für die Zeit danach

DARMSTADT Die Initiative Radentscheid Darmstadt demonstriert am Dienstag, 28. April 2020 von 17:00 bis 18:00 Uhr in Darmstadt auf der B26 im Bereich Friedensplatz für geschützte Radwege in der Zeit der Pandemie und danach. Dabei wird der rechte Fahrstreifen in einen Radweg umgewandelt und mit Baustellenmaterial vom restlichen Kraftverkehr sicher abgetrennt.

„Aktuell lässt sich der Abstand von 1,5 m zu anderen Verkehrsteilnehmenden an vielen Stellen der Stadt nicht sicher einhalten“, erläutert David Grünewald vom Radentscheid und führt weiter aus: „Zum Schutz vor Infektionen, aber auch zum sicheren Überholen brauchen Fuß- und Radverkehr mehr Platz. Darmstadt muss dem Vorbild Berlins und vieler internationaler Städte folgen.“

Vorbild Berlin

In Berlin wird derzeit auf zahlreichen Strecken jeweils der rechte Fahrstreifen dem Radverkehr zugeschlagen. Der Berliner Senat hat dazu einen StVO-konformen Leitfaden für die Verwaltung herausgegeben, dessen Regelpläne sich bundesweit, also auch in Darmstadt, 1:1 anwenden lassen. Dort kommen die aus Baustellen bekannten Leitbaken und gelbe Markierungen zum Einsatz. Berlin hat bereits zahlreiche Hauptstraßen umgestaltet, Darmstadt noch nicht einmal mit den Planungen begonnen.

Darmstadt ohne Corna-Konzept

Der Magistrat konnte bisher kein Konzept vorlegen, wie der Abstand zwischen den Verkehrsteilnehmenden sichergestellt werden soll. Wo Radwege eng am Fußverkehr entlang führen oder so schmal sind, dass einander nicht sicher überholt werden kann, wird der Sicherheitsabstand unterschritten. Dieser ist sowohl gegen Unfälle als auch Infektionen wichtig.

Schon 2019 hat die Stadtspitze versprochen, einen Fahrstreifen auf dem Cityring in einen sicheren Radweg umzuwandeln. Bisher liegen Seitens der Stadt allerdings keine Baupläne vor. „Wir können nicht mehr ewig warten, sondern müssen zügig mit einer temporären Lösung starten“, so Grünewald und erklärt: „Durch das Berliner System wird die Planung enorm beschleunigt und die Wirksamkeit der Maßnahmen sofort messbar. Während der Testphase können Erfahrungen gesammelt und in die endgültige Planung eingearbeitet werden.“ Der Berliner Leitfaden liegt dem Mobilitätsamt in Darmstadt ebenfalls vor. Der Radentscheid hat darüber hinaus auch schon vor über einem Jahr Visualisierungen für eine dauerhafte Lösung nach einem vollständigen Umbau veröffentlicht, auf die die Stadt jederzeit aufbauen kann.

Visualisierung des Cityrings nach Umbauplänen des Radentscheids. Montage: Florian Albert

Breite und sichere Radwege sind wichtig, um die Unfallzahlen so gering wie möglich zu halten und den Abstand zu anderen Radfahrenden Personen einzuhalten, damit das Gesundheitssystem seine Kapazitäten in die Behandlung von Patienten mit Covid-19 und anderen akuten Erkrankungen investieren kann.

Handlungsbedarf in der ganzen Stadt

Handlungsbedarf besteht nicht nur auf dem Cityring (Straßenzug Kirchstraße – Holzstraße – Schlossgraben – Karolinenplatz – Friedensplatz – Mathildenplatz). Es soll nach Vorschlag der Initiative, je ein rechter Fahrstreifen des Cityrings, der Kasinostraße, der Frankfurter Straße (ab Kreuzung Kasinostraße Richtung Norden), der Rheinstraße (ab Kreuzung Neckarstraße Richtung Westen), der Hindenburgstraße, der Straße Am Alten Bahnhof und der Landgraf-Georg-Str (von Schloss bis Jugendstilbad). sofort temporär in einen Radfahrstreifen umgewidmet werden.

Auch Frankreich reagiert

Berlin genießt mit dem neuen Vorgehen internationales Ansehen und zahlreiche Nachahmer. 116 französische Städte haben angekündigt in der Coronakrise neue Radverkehrsführungen zu schaffen. Allein in Paris entstehen 650 km neue Radwege.

Verweise:

Hinweis für Pressevertreter*innen 

Pressevertreter*innen sind herzlich eingeladen, den Aufbau des temporären Radwegs und die Wirkung vor Ort zu begleiten. Zum wechselseitigen Schutz aller Beteiligten wird um das Tragen einer Gesichtsmaske während der gesamten Veranstaltung gebeten. Radio- und Fernsehteams werden gebeten, den Mikrofon-Windschutz mit Folie abzudecken und eine Tonangel zu verwenden. 

Händedesinfektion und einfache Masken stehen in geringerer Zahl auch durch den Radentscheid zu Verfügung.

Radentscheid fordert temporäre Radfahrstreifen für Darmstadt

DARMSTADT  Die Bürgerinitiative Radentscheid fordert den Magistrat der Stadt Darmstadt auf, anderen Städten wie z.B. Berlin zu folgen, und an den mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen je einen rechten Fahrstreifen, ab sofort temporär, für die Dauer der Allgemeinverfügung, in einen Radfahrstreifen umzuwidmen.

„Radfahren bietet während der Corona-Pandemie eine gute Möglichkeit, wohnortnah mobil zu sein, sich zusätzlich zu bewegen und sportlich zu betätigen. Der nötige Abstand zu anderen Menschen kann durch breite Radfahrstreifen gewahrt werden“, erläutert David Grünewald von der Initiative Radentscheid Darmstadt. Gleichzeitig ergibt sich bei erforderlichen Wegen ein wesentlich geringeres Ansteckungsrisiko als bei einer Fahrt im öffentlichen Nahverkehr oder mit mehreren Personen im Auto. „Wenn so viele Menschen wie möglich Radfahren, schützen sie die Personen, die auf den Nahverkehr besonders angewiesen sind und kein eigenes Auto oder nicht die Möglichkeit haben, längere Strecken zu Fuß zu gehen“, fügt David Grünewald hinzu.

Wegen der aktuellen Schließung zahlreicher öffentlicher und privater Stellen für den Publikumsverkehr, sind wesentlich weniger Menschen als sonst mit dem Auto in Darmstadt mobil. Im Gegenzug nutzen viel mehr Menschen als gewöhnlich das Fahrrad oder gehen zu Fuß. Breite und sichere Radwege sind wichtig, um die Unfallzahlen so gering wie möglich zu halten und den Abstand zu anderen Radfahrenden Personen einzuhalten, damit das Gesundheitssystem seine Kapazitäten in die Behandlung von Patienten mit Covid-19 und anderen akuten Erkrankungen investieren kann.

So soll, nach Vorschlag der Initiative, je ein rechter Fahrstreifen des Cityrings (Straßenzug Kirchstraße – Holzstraße – Schlossgraben – Karolinenplatz – Friedensplatz – Mathildenplatz), der Kasinostraße, der Frankfurter Straße (ab Kreuzung Kasinostraße Richtung Norden), der Rheinstraße (ab Kreuzung Neckarstraße Richtung Westen), der Hindenburgstraße und der Straße Am Alten Bahnhof ab sofort temporär in einen Radfahrstreifen umgewidmet werden.

Temporäre Radfahrstreifen können mit herkömmlichen Baustellen-Materialien binnen weniger Stunden eingerichtet werden. Gelbe Linien und Baken oder Leitschwellen zum Schutz vor falsch abgestellten Kraftfahrzeugen sind kurzfristig über den städtischen Bauhof bzw. Fachfirmen verfügbar.

Vorbilder findet der Vorstoß in der kolumbianischen Hauptstraße Bogotá, wo kurzfristig 117 km neue Radverkehrsführung im Hauptstraßennetz geschaffen wurden, in Mexico City sowie in Berlin. In der deutschen Hauptstadt wurde im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg der erste temporäre Radfahrstreifen nach kolumbianischem Vorbild dem Verkehr übergeben.

Verweise: