Gemeinsam für die Verkehrswende

Gemeinsame Presseerklärung des FUSS e.V. – Ortsgruppe Darmstadt, des ADFC Darmstadt-Dieburg, des VCD Kreisverband Darmstadt-Dieburg e.V., des CBF-Darmstadt e.V. und des Radentscheids

Darmstadt, 17.05.2024

Im Echoartikel vom 08.05. sowie dem zugehörigen Kommentar zum Ausbautempo der Darmstädter Fahrradinfrastruktur entsteht  zum wiederholten Mal der Eindruck, der Ausbau der Radinfrastruktur stocke vor allem aufgrund schwieriger Abstimmungsprozesse und Meinungsverschiedenheiten zwischen Rad- und Fußverkehrsverbänden sowie dem Behindertenbeauftragten der Stadt (Club Behinderter und ihrer Freunde e.V. (CBF)). Dem widersprechen ADFC, Radentscheid, Fuss e.V., VCD und der CBF entschieden. Florian Albert vom Radentscheid erläutert hierzu: “In der Radstrategie der Stadt Darmstadt wird unter den Punkten A4, B1 und B2 explizit darauf hingewiesen, dass die „Förderung des Radverkehrs keine Nachteile für den Fußverkehr haben darf, dieser Punkt ist uns sehr wichtig und wurde aktiv von uns in die Radstrategie eingebracht.” Die Kommunikation zwischen den Verbänden und mit dem CBF läuft gut und wir arbeiten konstruktiv und lösungsorientiert zusammen. Damit sich die Situation für den Fußverkehr verbessert, müssen aber Flächen neu verteilt werden, der Autoverkehr, besonders der ruhende, muss Platz abgeben.” erklärt Katalin Saary von Fuß e.V. .

Als Beispiel für die schwierigen Abstimmungsprozesse zwischen den Verbänden wird in dem Echokommentar die holländische Kreuzung / SQUADA angeführt. „Wir haben uns verständigt und es macht wenig Sinn, das Projekt nochmal und nochmal zu überdenken. Je schneller wir starten, desto früher stehen uns die Ergebnisse für weitere Betrachtungen und Verbesserungen zur Verfügung“, erläutert Klaus Görgen vom ADFC Darmstadt Dieburg und verweist auf die gemeinsame Pressemitteilung der Verbände vom 25.10.23.

Herrn Müller vom CBF war es von Anfang an wichtig, dass mit dem SQUADA-Versuch keine Verkehrszustände erzeugt werden, die für Menschen mit Behinderungen – aber auch für alle anderen schwächeren Verkehrsteilnehmer – gefährlich sind. Schließlich steht SQUADA für: „Sicheres Queren für Alle in DArmstadt.“

Der Radentscheid hat darum einen externen Fachmann für Blindenmobilität hinzugezogen und gemeinsam mit dem CBF  eine Variante identifiziert, die für alle Verbände zustimmungsfähig ist. Diese liegt seit mindestens einem halben Jahr vor. Während der CBF die geringe Kompromissbereitschaft der SQUADA-Projektleitung (Hochschule Darmstadt und Mobilitätsamt) kritisiert, scheitert aus Sicht der Rad- und Fußverkehrsverbände SQUADA vor allem am politischen Willen. Der Handlungsdruck durch Klimakrise und EU-Vorgaben wie Vision Zero, ist hoch und wird weiter steigen, die Kreuzung wird so oder so zukünftig umfangreich angepasst werden müssen. Die Chance, jetzt mögliche Verbesserungsoptionen zu testen, wird vertan. Angesichts klammer kommunaler Kassen eine Verzögerungstaktik zu fahren und damit zu riskieren, dass hohe Fördergelder verfallen, halten die Fuß- und Radverbände für verantwortungslos. Stephan Voeth (VCD Kreisverband Darmstadt-Dieburg e.V.) fasst für diese zusammen: „Hier ist klare Kante und politische Führung gefragt. Eine gute Gelegenheit für den neuen OB, Führungsstärke und Integrationsfähigkeit zu beweisen, möglichst viele BürgerInnen mitzunehmen und das bundesweit beachtete Leuchtturmprojekt SQUADA endlich umzusetzen. Für die Zukunftsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur der Stadt Darmstadt wäre viel gewonnen.“